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Cybersecurity – Dran bleiben beim Dauerthema

Gebäudeautomation braucht Türwächter*

Vernetzte Haustechnik bringt Effizienz und Komfort, macht Gebäude aber auch anfällig für Cyberangriffe. Deshalb stehen gerade Verantwortliche für den Gebäudeunterhalt vor neuen Aufgaben, die weit über die klassische Hauswartung hinausgehen.


Autorin: Sabine Born**; Red. Bearbeitung: Phase5


Auch wenn das Ausmass schwer zu beziffern ist, müssen Betreiber damit rechnen, dass technische Anlagen oder Gebäudeleitsysteme ins Visier von Hackern geraten können. «Bei klassischer Haustechnik wie Heizungs- und Lüftungsanlagen stellt vor allem der Fernzugriff ein Einfallstor dar», erklärt Olivier Steiger, Professor an der Hochschule Luzern und Vizepräsident der Gebäude Netzwerk Initiative (GNI). «Gehackte Anlagen können ausgeschaltet oder beschädigt werden, zum Beispiel indem manipulierte Wärmepumpen permanent ein- und ausgeschaltet werden oder eine Lüftung gegen geschlossene Klappen betrieben wird.»

Sensible Daten wie Grundrisse

Doch nicht nur sicherheitsrelevante Anlagen stehen im Fokus. Auch Reinigungs- und Mähroboter sind für Hacker interessant, da sie sensible Betriebsdaten wie Grundrisse erfassen, während Videoüberwachungssysteme und Sensoren mit Sprachsteuerungen Bewegungsprofile oder Audioaufnahmen liefern. «Eine neue und bislang wenig beachtete Gefahr ist, dass solche Daten für das Training von KI genutzt werden könnten. Stimmen und Videodaten eignen sich zudem für die Erstellung täuschend echter Fake-Videos», warnt Olivier Steiger.

Und auch wenn der Ausfall einer gehackten Lüftung nicht gravierend wirkt, sorgt eine lahmgelegte Heizung bereits für mehr Unbehagen und blockierte Türen oder stillstehende Lifte bergen bereits klare Sicherheitsrisiken. Hinzu kommen mögliche finanzielle Schäden, zum Beispiel, wenn es zu Produktionsstillständen kommt oder Rechenzentren mangels Kühlung heruntergefahren werden müssen. Zudem sind Erpressungsversuche über abgeflossene Daten denkbar, ebenso wie der Missbrauch von Präsenzinformationen: Wenn bekannt ist, wann Wohnungen oder Büros leer stehen, steigt das Einbruchrisiko erheblich.

Verantwortung und Zuständigkeiten

Wer aber trägt die Verantwortung für die Sicherheit vernetzter Geräte in einem Gebäude? «Im Grundsatz die Geschäftsleitung, die in Grossunternehmen durch IT-Fachleute ergänzt wird», betont der Experte. «Bei KMU gibt es gelegentlich einen IT-Sicherheitsbeauftragten oder man zieht externe Fachleute bei. In kleinen Organisationen hat man im besten Fall jemanden, der IT-affin ist, häufig aber auch gar niemanden.»

Damit rückt auf der operativen Ebene eine weitere Gruppe in den Fokus: Facility Managerinnen und Hauswarte. Sie sind in der Regel keine IT-Experten, nehmen aber dennoch eine Schlüsselrolle ein, da sie täglich an den Anlagen arbeiten. «Sie sind gewissermassen das Frühwarnsystem: Sie sind täglich im Gebäude, erkennen Störungen oder ungewöhnliches Verhalten. Wenn sich Systeme plötzlich anders verhalten, ohne dass klar ist warum, sollten sie sich fragen, ob es mit Cybersicherheit zu tun haben könnte», sagt Olivier Steiger.

Zugleich fungieren Hauswarte als Gatekeeper: Sie kontrollieren nicht nur den Zutritt externer Dienstleister, sondern stellen auch sicher, dass die Arbeiten beaufsichtigt werden. «Vor Ort kann ein Handwerker mehr anrichten als über Fernzugriff», warnt Olivier Steiger. Verändert ein Externer also Einstellungen an Anlagen, müssen Facility Manager dies erkennen, verstehen und die ursprüngliche Konfiguration bei Bedarf wiederherstellen können. Ebenso zentral ist die Dokumentation: Alle Vorfälle und Interventionen an Anlagen müssen festgehalten werden.»

Neue Kompetenzen im digitalen Alltag

Für Hauswarte und Facility Manager rücken damit neue Kompetenzen ins Zentrum. Sie benötigen beispielsweise ein Grundverständnis für Passwortsicherheit, Sicherheitszertifikate oder für das Software-Update- und Patchmanagement.

«Mein Hauptfokus ist deshalb, das Bewusstsein für diese Thematik zu schärfen», sagt der GNI-Vizepräsident. «Viele sehen Cyberangriffe in der Gebäudeautomation nicht als grosses Problem. Doch mit der zunehmenden Vernetzung wächst die Angriffsfläche und ein Angriff kann weitreichende Folgen haben.» Facility Managerinnen und Hauswarte sollten sich deshalb absichern und die Geschäftsleitung in die Pflicht nehmen, dass sie entweder entsprechend geschult werden oder bei Bedarf Unterstützung durch Experten erhalten.»

*Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Print-Ausgabe Nr. 02-26 von «Phase5».

**Sabine Born ist Chefredaktorin der Zeitschrift «Unterhalt Plus». Der Beitrag erschien erstmals in Unterhaltplus 04-2025, www.unterhaltplus.ch

Cybersecurity im Gebäude
Cybersecurity im Gebäude – «Es betrifft auch dich! » (Modul 2); Datum: Donnerstag, 28. Mai 2026 (Foto: GNI)

Weiterbildung zum Thema «Cybersecurity»

Anlässe der Gebäude-Netzwerk-Initiative

 

Cybersecurity im Gebäude – «Es betrifft auch dich! » (Modul 2)

Datum: Donnerstag, 28. Mai 2026

Uhrzeit: 13.00 – 17.00 Uhr

Ort: Zürich, Technische Berufsschule Zürich (TBZ)

Inhalt: Cybersecurity im Gebäude betrifft alle Personen, welche rechtlich damit verbunden sind: Betreiber, Liegenschaftsverwalter, Eigentümer, externe Servicedienstleister, Mitarbeitende, Bewohner, Besucher usw.

Alle Geräte, Anlagen und Fahrzeuge, die sich in und ums Gebäude befinden und WLAN-fähig sind, könnten Einfallstore für Gefahren sein, welche die Nutzenden (Personen wie Unternehmen) eines Gebäudes schädigen können.

Programm / Anmeldung / Details: www.g-n-i.ch/de/agenda/gni-kurse

Cybersecurity im Gebäude
Cybersecurity im Gebäude – «Folge dem weissen Kaninchen! » (Modul 3); Datum: Donnerstag, 16. Juni 2026

Cybersecurity im Gebäude – «Folge dem weissen Kaninchen!»
(Modul 3)

Datum: Donnerstag, 16. Juni 2026

Uhrzeit: 13.00 – 17.00 Uhr

Ort: Zürich, Technische Berufsschule Zürich (TBZ)

Inhalt: Während die ersten zwei Module auf Prävention und die rechtlichen Aspekte eingehen, erfahren Kursteilnehmende wie sie Modul 3 in die «Tiefe des Kaninchenbaus entführt». Durch ein kontrolliert durchgeführtes Live Hacking erleben sie, wie einfach unbefugte Angreifer die Kontrolle über vernetzte Komponenten übernehmen und wie man sich davor schützen kann. Hacker zeigen Vorgehensweisen auf und stellen mögliche Gegenmassnahmen vor, um die Infrastruktur eines Gebäudes zu schützen. Besonderes Augenmerk in der Cybersicherheit verdient auch KNX-Secure, eine Technologie, die KNX-Installationen vor Cyberangriffen schützt..

Programm / Anmeldung / Details: www.g-n-i.ch/de/agenda/gni-kurse

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Impressum

Textquelle: Sabine Born

Bildquelle: zVg & GNI

Bearbeitung durch: Redaktion Phase 5

Informationen

Firma
Gebäude-Netzwerk-Initiative (GNI)

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Veröffentlicht am: 28.04.2026

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