Im Anschluss an die Generalversammlung besuchten die Teilnehmenden der IRB/GNI das neue Kinderspital Zürich (KISPI). Zwei technische Präsentationen, gefolgt von einer Besichtigung der Anlagen, ermöglichten es, die gewählten Architekturansätze sowie die Herausforderungen beim Betrieb eines hochautomatisierten Spitals nachzuvollziehen.
Text & Fotos: Pierre Schoeffel, Red. Bearbeitung: Phase5
Albin Spahic, Leiter der technischen Dienste des Spitals, stellte das Projekt in seiner Gesamtheit vor. Mit rund 100’000 m² Fläche und mehr als tausend technischen Anlagen stellt der Standort hohe Anforderungen an Verfügbarkeit, Redundanz und Betriebsqualität.
Die Inbetriebnahme im November 2024 stellte eine kritische Phase dar, verbunden mit einer schrittweisen Verlagerung der Spitalaktivitäten unter laufendem Betrieb – insbesondere für sensible Bereiche wie Intensivstation und Neonatologie. Das Energiekonzept basiert auf der Kombination von Erdsonden, Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen, ergänzt durch redundante Systeme zur Abdeckung von Spitzenlasten und Störfällen. Diese Architektur zielt darauf ab, Energieeffizienz und Versorgungssicherheit miteinander zu verbinden.
Integration sämtlicher Subsysteme
Die zweite Präsentation wurde von René Käppeli, Senior Projektmanager bei Siemens, gehalten und widmete sich dem Automationssystem. Die Steuerung basiert auf einer zentralen Gebäudeleittechnik, welche sämtliche Subsysteme integriert (HLK, Sicherheit, Zutrittskontrolle, Brandmeldeanlagen). Die Architektur beruht auf einer stark vernetzten Umgebung mit mehreren hundert Anlagen, einem verteilten Controller-Netzwerk sowie rund 43’000 physischen Datenpunkten.
Das System ist nach den Prinzipien Redundanz und Segmentierung aufgebaut und ermöglicht einen Mehrbenutzerbetrieb mit differenzierten Rollen und Zugriffsrechten. Die Leittechnik erlaubt sowohl die übergeordnete Steuerung des Gebäudes als auch die Analyse der Betriebsdaten in Echtzeit.
Ein zentrales Element ist zudem das Alarmmanagement: Ereignisse werden gesammelt, priorisiert und über definierte Kanäle an die zuständigen Stellen weitergeleitet, um eine schnelle Reaktionsfähigkeit sicherzustellen.
Intensiver fachlicher Austausch
Die anschliessende Diskussion bestätigte die Bedeutung des direkten Austauschs zwischen Bauherrschaft und ausführenden Unternehmen – ein Thema, das die IRB/GNI in ihren Publikationen regelmässig hervorhebt.
Die Besichtigung der Anlagen ermöglichte es den Teilnehmenden, die Integration der technischen Systeme sowie die hohe Dichte der Installationen vor Ort zu erleben. Der Tag klang bei einem von der Organisation offerierten gemeinsamen Essen aus, das den fachlichen Austausch rund um dieses Referenzprojekt weiter vertiefte.
Impressum
Textquelle: Pierre Schoeffel
Bildquelle: Pierre Schoeffel
Bearbeitung durch: Redaktion Phase 5
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