Impression aus dem Symposium «Full Circle 2025»
Impression aus dem Symposium «Full Circle 2025» in der Aula der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel FHNW. Bild: FHNW

Die Kreislaufwirtschaft in der Nordwestschweiz gewinnt an Fahrt – doch rechtliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Hürden bremsen die Umsetzung. Ein Symposium der FHNW zeigt nun konkrete Wege zur Transformation auf.


Redaktionelle Bearbeitung: Phase5


Mehr als 200 Fachleute aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft diskutierten im Frühjahr 2025 auf Einladung der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel FHNW (HGK Basel) und der Hochschule für Wirtschaft FHNW, wie sich die Kreislaufwirtschaft in der Region Nordwestschweiz stärken lässt. Nun liegt der Ergebnisbericht des Symposiums «Full Circle 2025» vor – ein Kompass für jene, die Wandel gestalten wollen.

«Um Wirtschaft und Gesellschaft zu mehr Zirkularität und damit Nachhaltigkeit zu bewegen, braucht es Mut, Kooperation und Struktur», bringt Ralf Michel von der HGK Basel den Anspruch auf den Punkt. Tina Haisch, Co-Organisatorin und Professorin an der Hochschule für Wirtschaft FHNW, betont: «Der Bericht ist zugleich ein Instrument zur Erfolgsmessung.»

 

Impression aus dem Symposium «Full Circle 2025»
Impression aus dem Symposium «Full Circle 2025» in der Aula der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel FHNW mit Isaac Reber, Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft. Bild: FHNW

Hindernisse identifizieren – und produktiv machen

Ob Bau, Textilien oder Pharma: Die Umsetzung zirkulärer Prinzipien scheitert häufig nicht am Willen, sondern an systemischen Barrieren. Der Bericht benennt vier zentrale Handlungsfelder:

  • Regulatorisch: Zirkuläre Anforderungen sollen in öffentlichen Ausschreibungen verankert werden.
  • Wirtschaftlich: Rücknahmeinfrastrukturen – etwa Bauteilbörsen – benötigen gezielte Förderung.
  • Gesellschaftlich: Kreislaufwissen gehört in die Berufsbildung.
  • Digital: Die Region könnte Pionierin beim digitalen Produktpass werden.

Der Schlüssel liege in sektorübergreifender Kooperation. Der Bericht versteht die Region als Reallabor – als Ort, an dem neue Lösungen ausprobiert und skaliert werden können.

Praxisbeispiele: Von der Theorie zur Umsetzung

Basel bietet bereits heute inspirierende Ansätze:

  • Zirkular & Immobilien Basel-Stadt entwickelten beim Schulhausprojekt Walkeweg einen Bauteilkatalog für wiederverwendbare Materialien – mit Fokus auf Rückbaubarkeit, Sekundärmaterialien und Modularität.
  • In der Life-Science-Industrie entstehen digitale Rücknahmesysteme für Laborverbrauchsgüter.
  • Die fair fashion factory erprobt, wie ein regionaler Textilkreislauf durch Sortierung, Prüfung und Refabrikation gestärkt werden kann.

Ausblick: Full Circle 2026

Die nächste Ausgabe des Symposiums findet am 23. und 24. April 2026 statt. Die Veranstalter versprechen erneut eine Plattform für Austausch, Innovation und Verbindlichkeit. Der aktuelle Bericht liefert dafür die gedankliche Grundlage.

 

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